Hallo zusammen. Aktuell ist es ja ziemlich warm und ich fahre auch häufig im Stadtverkehr - trotzdem scheint mein Ventilator nie zu laufen. Ich kann mich erinnern, das er letztes Jahr beim ADAC Training mal lief, aber da lief der Motor quasi stundenlang und wurde ständig beschleunigt und abgebremst. Ich hab einen Öltemperatur-Sensor verbaut und sehe, dass ich selten deutlich über 90°C Öltemperatur komme, manchmal knappe 100°, nicht darüber. Ab wann sollte denn der Lüfter dazuschalten? Wie ist das insgesamt? Mit dem Motor zusammen läuft ja die Wasserpumpe. Es müsste ja einen kleinen und einen großen Kreislauf geben, richtig? Geht der Lüfter zusammen mit dem großen Kreis an oder wann wird hier was geschalten? Danke!
der Lüfter reagiert imho auf die WASSER- und nicht auf die ÖLtemperatur. Ich kann mich erinnern, dass an meiner GT der Lüfter bisher nur sehr wenige Male anging, und auch nur bei ähnlichem Wetter wie jetzt UND sehr viel Stehen im Stau.
Achja, die Temperaturanzeige war dann bei 4 Balken, wahrscheinlich kurz vorm 5., denn nur vier Balken alleine schalteten den Lüfter nochnicht ein; also nicht direkt, sondern die vier Balken waren dann schon länger an.
Während der Ausfahrt des diesjährigen Hyosung Treffens konnten Olli und ich mal die Öltemperatur zwischen N und R vergleichen, bei seiner R waren es ~90 Grad, bei meiner N ~80. Ich weiß nicht ob dieser Unterschied jetzt rein der Verkleidung zuzutragen ist, es könnten auch Toleranzen der Messbauteile und unterschiedliche Fahrweise eine Rolle spielen (ich war aufgrund der eher gemütlichen Fahrweise meist nur im Drehzahlbereich zwischen drei- und viertausend U/min).
Bei mir war die Temp Anzeige noch nie über 3 Balken. mal sehen wenn ich sie komplett auf R hab obs dann 4 werden. hab den Lüfter auch noch nie lafuen gesehen. Hab öfters schon gedacht der ist defekt
Ich kann's nicht in Balken beziffern, aber in Ziffern ausdrücken: Anspringtemperatur des Ventilators liegt lt. WHB bei ungefähr 95 Grad C, Abschalttemperatur bei ungefähr 88 Grad C.
Wer schon mal bei seiner Waschmaschine die sogenannte Kochwäsche durchlaufen ließ, wird sich erinnern, dass bei 95 Grad schon ganz schön Radau im Gerät ist. Das Wasser fängt an zu sprudeln, tut's aber gerade noch nicht (soll es ja auch nicht).
Da ein Heißleiter zwar sehr zuverlässig funktioniert, aber auch nicht besonders genau ist, können die jeweiligen Auslösetemperaturen auch um 1-2 Grad nach oben und unten abweichen. Macht auch nichts, da das Kühlsystem unter leichtem Druck steht, wodurch die Siedetemperatur des Kühlmittels auf etwas über 100 Grad verschoben wird. Insofern sind alle Messwerte im Ungefährbereich, lassen sich aber im Prüfzyklus dennoch gut zuordnen.
Beispiel: 20 Grad Thermistortemperatur entsprechen einem Widerstand von ca. 2.450 Kiloohm, 40 Grad 1.148 Kiloohm und 80 Grad 0,322 Kiloohm. Schön zu erkennen ist, dass der Widerstand mit steigender Temperatur deutlich sinkt. Heißleiter leiten Strom bei zunehmender Wärme immer besser. Befinden sich übrigens auch als Messinstrument in den allermeisten Waschmaschinen, funzen nach dem selben Prinzip und lassen sich auch genauso testen. Nur erheblich kleiner sind sie.
Um den Lüfter auf Funktion zu testen, bietet es sich an, die ihn mit dem Bordnetz verbindende Steckkupplung zu trennen und separat Strom zuzuführen. Ein ansonsten ausgedienter Akku leistet wertvolle Hilfe dabei. Für sowas reichen die noch dicke.
Zur Beruhigung Aller, nur weil man den Lüfter nicht arbeiten sieht und hört, zu 99% ist das OK so. Sobald unsere Mopeten, egal ob "R" oder "N", ins Rollen kommen streicht ein (im Vergleich zur Wassertemp) kühler Wind durch den Kühler. Da reicht schon ne 30er Zone um unsere Mopeten nicht ans Temperaturlimit steigen zu lassen. Selbst wenn die Mopeten im Stand mit laufendem Motor werkeln ist die "N" kühler als die "R", warme Luft steigt nach Oben, und zieht kühlere nach sich, das funzt bei der "R" nicht weil der Motor mit der Verkleidung zugebaut ist, da staut sich die Luft. Bei der "N" funzt das, da kann die aufgeheizte Luft weg vom Motor/Kühler.
Zum Vergleich Öltemperatur der Olli-R und Snowman-N, die ca 10 Grad Unterschied haben weniger etwas mit unterschiedlicher Fahrweise zu tun, die Verkleidung macht den Unterschied.
@ Haiko, Richtig, Zwei Kreisläufe. Der Kleine ist permanent, und ab ca 88 Grad öffnet der Kühlwasserthermostat den Großen Kreislauf, bei ca 100 Grad ist er erst komplett offen. Bei etwa 95 Grad springt der Lüfter an und werkelt bis runter auf ca 88 Grad, aber erst bei ca 83 Grad schließt der Thermostat den großen Kreislauf wieder. Und selbst 100 Grad sind noch nicht lebensbedrohlich für unsere Mopete da der Wasserkreislauf unter leichten Druck steht und das Wasser dadurch (noch) nicht kocht.
Man darf aber die Öl und Wassertemperaturen nicht 1zu1 vergleichen. Wasser verändert seine Temperatur wesentlich schneller als es Öl jemals könnte. Dafür kann Öl aber (in Motoren) viel näher an die Wärmequellen ran und die Energie Richtung Ölwanne und Gehäusewandung abführen. Wenn also dein Kühlwasser schon scheinbar auf Betriebstemperatur ist braucht dein Öl noch ein längeres Weilchen. Außerdem wird das Öl während längerer Fahrt einiges wärmer/heißer als das Wasser, weil das Wasser durch die relativ große Kühlfläche des Wasserkühlers besser gekühlt werden kann und wird als das Öl durch die relativ kleinen Fläche des Gehäuses.
redflash hat geschrieben:Zur Beruhigung Aller, nur weil man den Lüfter nicht arbeiten sieht und hört, zu 99% ist das OK so. (...)
Fein, dann fühle ich mich zurzeit als "1%er"
Ungeachtet der Wiederholung meiner Worte - es zweifelt denke ich keiner so wirklich daran, dass der Hyo-Ventilator bei Fahrtwind überflüssig ist (und in der Tat entsprechen auch als extreme Hitze empfundene 40 Grad Lufttemperatur noch nicht mal der Hälfte von 100 Grad Wassertemperatur, was ihnen durchaus noch Kühleigenschaft verleiht), die Zweifel entstehen ja insbesondere dann, wenn kein Fahrtwind zur Verfügung steht. Im Stadtstau bleistiftsweise. Oder beim Ampelhopping. Da sollte der Ventilator eigentlich ständig für Zwangskühlung sorgen, meint man. Sollte er nicht nur, das täte er auch tun
Dass so wenig über solche Erlebnisse berichtet wird - eigene Geschehnisse mit gegenteiligem Effekt mal ausgenommen - hat ja nur den Grund, dass die allerwenigsten sich in solche hochtemperaturbegünstigenden Situationen wie geschildert begeben. Und nur dort benötigen die Hyos den Ventilator. Sonst nur nach wilder Hatz kurz nach dem Anhalten vor der Garage, wenn man den Bock wieder zur Ruhe kommen lassen will ...
redflash hat geschrieben:Zur Beruhigung Aller, nur weil man den Lüfter nicht arbeiten sieht und hört, zu 99% ist das OK so. Sobald unsere Mopeten, egal ob "R" oder "N", ins Rollen kommen streicht ein (im Vergleich zur Wassertemp) kühler Wind durch den Kühler. Da reicht schon ne 30er Zone um unsere Mopeten nicht ans Temperaturlimit steigen zu lassen. Selbst wenn die Mopeten im Stand mit laufendem Motor werkeln ist die "N" kühler als die "R", warme Luft steigt nach Oben, und zieht kühlere nach sich, das funzt bei der "R" nicht weil der Motor mit der Verkleidung zugebaut ist, da staut sich die Luft. ................ Olli
Hi.
Viele Mopeds mit Vollverkleidung haben das Problem, dass der Lüfter zu spät kommt. Das liegt oft auch daran, dass der Sensor für den Lüfter nicht an der wärmsten Stelle liegt, sondern da, wo er leicht und billig zu montieren ist. 95° Einschalttemperatur ist schon eine Hausnummer. Liegt der Messpunkt in einem Bereich, der deutlich unter der wärmsten Stelle am Motorausgang liegt können Schäden in heißen Sommern und im Stau die Folge sein.
etwas OT, aber vielleicht interessant: Bei meinem Opel Speedster finde ich die "Kühleranspringtemperatur" extrem, da geht der Lüfter im Originalzustand tatsächlich erst bei 105 - 108 Grad an ! Da braucht man sich dann auch nicht zu wundern, dass der Alukühler mit seitlich angeklebtem / verpresstem Plastikbehältnis reihenweise aufplatzt. Zum Glück hatte der freundliche Tuner eine Softwareanpassung im Programm, die nicht nur die Zündung von 95 auf 98 Oktan angepasst hat, sondern auch das Anspringen des Lüfters bereits 10 Grad vorher ermöglicht. Damit sollte der Originalkühler überleben, bis demnächst irgendwann ein Vollalukühler verbaut wird.