Spiel im Riemen




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Spiel im Riemen

Beitragvon punish » So 31. Jan 2016, 00:25

Habe festgestellt, dass wenn ich hinte am Rad drehe, vorne am Getriebe ein Spiel habe und wenn ich am Rad drehe und die Riemenscheibe festhalte, auch ein ca. 2mm Spiel drin ist.
Ist das normal? Einmal das Spiel im Getriebe und zweitens an der Riemescheibe.
Oder sind meine Ruckdämpfer hinüber? Kann man die auch tauschen ohne das Rad auszubauen? Gibts eine Anleitung?
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Re: Spiel im Riehmen

Beitragvon lucky cruiser » So 31. Jan 2016, 09:44

Die Ruck- oder Torsionsdämpfer einer Sichtprüfung zu unterziehen ist ein guter Ansatz. Sind nun mal Verschleißteile und kommen durchaus als Ursache der Anlaufverzögerung - die ich in der von dir beschriebenen Größenordnung noch nicht für bedenklich halte - in Betracht. Leider ist das nur am ausgebauten Rad möglich, denn selbst bei herausgenommener Distanzhülse reicht der gewonnene Platz nicht aus, Riemenrad und den mit ihm verschraubten Riemenradträger (unter dem sich die Torsionsdämpfer befinden) aus der Felge zu ziehen. Es scheitert an wenigen Millimetern. Da du aber, um die Distanzhülse entfernt zu bekommen, eh schon die Steckachse herausgezogen hast, sind die weiteren Schritte (Entfernung des Bremssattels und der Riemenabdeckungen, Lockerung des Kettenspanners) eigentlich nur ein Klacks. Vorausgesetzt, du bist im Besitz einer höhenverstellbaren Aufbockvorrichtung oder eines Flaschenzuges mit entsprechender Deckentragfähigkeit.

Lässt sich der Riemenradträger (mit dem angeschraubten Riemenrad) ohne nennenswerten Widerstand aus der Felge ziehen, ist dies schonmal ein erstes Indiz für ausgelutschte - besser: zusammengestauchte - Dämpfer. Neue sitzen nämlich ziemlich satt. Allerdings ist der Riemenradträger zur Felgenseite hin leicht konisch, presst sich dadurch auch etwas in die Aufnahme, sodass man zu Beginn etwas Mühe hat, ihn zu lösen. Schon deswegen ist es besser, das Rad auszubauen ;)

Was das "Spiel" am Getriebe betrifft, kann ich hinsichtlich der Bedenklichkeit der von dir festgestellten Größenordnung nichts beitragen. Das Antriebsrad sitzt bereits auf einer verzahnten Welle, kann also nicht in Längsrichtung drauf herumrutschen. Da die Abtriebswelle ihrerseits mit lauter beweglichen Teilen in Verbindung steht, wäre aus meiner Sicht eine gewisse Beweglichkeit normal. Ob die von dir genannten 2 mm "normal" sind, kann ich nicht beurteilen. Hier würde ich zum Freundlichen gehen und mal vorsichtshalber nachfragen.
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Re: Spiel im Riehmen

Beitragvon punish » Mo 1. Feb 2016, 11:06

Das habe ich befürchtet:-(
Kann ich das Hinterrad abnehmen ohne die Riemenspannung zu verstellen?
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Re: Spiel im Riemen

Beitragvon lucky cruiser » Di 2. Feb 2016, 22:07

Negativ. Um den Riemen vom Riemenrad zu lösen, musst du ihn lockern und das geht nicht ohne Veränderung der Riemenspannung.

Kleiner Trost: Halb so doppelt. Du lockerst die Spannung am linken Riemenspanner. Natürlich erst, wenn die Achse gelockert ist. Den rechten ignorierst du einfach, lässt also die Stellschraube dort unangetastet. So, wie sie eingestellt ist. Das ist wichtig, weil sie dir später als Maß für die linke Seite dienen wird, mit welchem du wieder die ursprüngliche Riemenspannung herstellen kannst (ob sie korrekt ist, ist eine andere Frage).

Da die Bezugsmarkierungen auf der Schwinge keine Feinjustierung ermöglichen (außer, du hast Habichtaugen) und bestenfalls als grober Anhalt dienen können, ist eine Schieblehre sehr von Nutzen. Es ist egal, ob sie "analog" oder "digital" misst. Wichtig ist, dass du mit ihr auch Innendurchmesser messen kannst. Falls du keine Schieblehre hast, lohnt die Ausgabe für deren Anschaffung auch später noch, wenn du mal andere Durchmesser messen möchtest. Schrauben bleistiftsweise.

Mit diesem Werkzeug misst du den Abstand zwischen der Druckseite des Riemenspanners und der gegenüberliegenden Schwingenseite. Also dort, wo die Stellschraube ist. Du kannst dir den Wert merken oder - wie ich, der sich Zahlen nur schwer merken kann oder durcheinander bringt - die Schieblehre mit dem ermittelten Wert mit der dort angebrachten Schraube fixieren. Die Messung ist am genauesten, wenn das Rad wieder mit der Steckachse in den Schwingenaufnahmen steckt und der - zwischenzeitlich lockere - Spanner sich an der vorgesehenen Position befindet. Wohlgemerkt: Ich spreche an dieser Stelle nur vom rechten Spanner. Den auf der Auspuffseite. Dann stellst du mit dem - gemerkten oder fixierten - Wert (=Abstand) das Spannblech auf der linken Seite ein, indem du die Messzapfen der Schieblehre in die Lücke zwischen Druckseite des Spannblechs und der Schraubenaufnahme der Schwinge hältst und die Stellschraube solange drehst, bis die Messzapfen gut anliegen. Anschließend die Achsmutter an-, aber noch noch nicht mit Drehmoment festziehen. Erst nochmal links messen. Es kann sein, dass die links eingestellte Spannung geringfügig korrigiert werden muss. Erst wenn beide Abstände der Spannbleche zur Schwingenseite passen, wird die Stellschraube gekontert (zwei Schlüssel erforderlich!!) und die Achsmutter mit dem vorgesehenen Drehmomentwert angezogen. Bremssattel befestigen, Riemenabdeckungen anschrauben. Feddig.
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Re: Spiel im Riemen

Beitragvon punish » Mi 3. Feb 2016, 01:43

Danke für die ausführlichen Antworten. Ich bastle sehr gerne, aber bei sowas bin ich mir dann unsicher. Werde das mal versuchen, die Schraubanleitung mit dem Anziehwerten müsste ich auch noch irgendwo haben.
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Re: Spiel im Riemen

Beitragvon punish » Sa 26. Mär 2016, 12:42

So, endlich mal Zeit dafür gehabt und ist erledigt. Danke für die Tipps.
trotzdem frage ich nochmal, gibt es eine sochere Möglichkeit den Riemen perfekt zu spannen?
An der unteren Verkleidung ist ja ein Loch mit Strichen drauf. Im ausgefederten Zusatand kann ich den Riemen genau bis zum oberen Strich hoch schieben und danach wirds anstrengend, ist das so richtig?
Übrigens, das Spiel hinten am Rad ist jetzt komplett weg.
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