Auf den Artikel im Heft "Motorradfahrer" Ausgabe 09/2011 ist im Thread "Testbericht Hyosung GT 650 i" schon kurz hingewiesen worden. Ich muss dazu aber etwas los werden: Für alle die vorab lesen wollen, der Artikel ist im Internet hier zu finden:
(durchblättern auf die Seiten 99-101) Mein Frage dazu: Was soll man von so einem Bericht halten? Dass eines der billigeren Blätter letztlich auch nur billige Berichte produzieren kann? Ein solches Urteil wäre sicher nicht gerechtfertigt. Aber was ist es dann???
Ein Selbstversuch sollte es sein. So! So! Wer liest, erkennt, es ist ein Versuch, der aus unpassenden Vergleichen Erkenntnisse beschreibt, die vorher schon feststanden.
Da amüsiert sich die Redaktion vorab schon über das gesamte Vorhaben und hat Angst, sich dafür „fremdschämen“ zu müssen. (NEGATIV )
Dann präpariert sich der schreibende „Motorrad-Fachmann“ bei Louis mit einem seiner Meinung nach passendes Outfit in Form einer Franzenlederkluft, um anschließend völlig überrascht festzustellen, dass er damit völlig Out ist. (NEGATIV ) Die andern sind vom Outfit schon weiter....
Dann stellt er bei einem Ampelstart enttäuscht fest, dass sein 25 PS-Cruiser einfach nicht mithalten kann mit großen Harleys. Eine Wahnsinnserkenntnis! Wozu ein Selbstversuch doch gut ist! (NEGATIV ) Aber freundlich ist man wenigstens mit ihm umgegangen.
Ständig wartet er darauf, womöglich vertrieben oder ins Hafenbecken geschmissen zu werden und lässt den Leser unterschwellig spüren, wie sehr er befürchtet, dass er das – nein eigentlich seine Bike – nach Meinung der gestandenen Harleyfreunde doch sicher verdient haben müsste.(NEGATIV )
Mehrfach – offiziell enttäuscht - stellt er die geringe Aufmerksamkeit fest, die sein Fahrzeug neben den vielen Harleys erzielt. (NEGATIV ) Er würde sich wahrscheinlich auch wundern, wenn bei einem Modeevent ein sehr hübsches junges Mädchen neben Claudia Schiffer einfach nicht so viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen kann. Aber ob dieser Selbstversuch hier wirklich zu neuen Erkenntnissen beim schreibenden „Motorrad-Fachmann“ führt? Ich habe meine Zweifel.
Am Schluss scheint er auch noch so dusselig zu sein, sein Fahrzeug wiederzufinden, nur weil sein neben ihm parkender Eyecatcher in Form „einer markanten, im US-Polizeistil gehaltenen E-Glide“ bereits abgefahren ist – er vermutet irgendwie sogar vor ihm geflüchtet sein könnte. (NEGATIV ) Und wieder beschleicht den armen Kerl für einen Moment die Angst, sein Fahrzeug könnte nun doch (endlich) im Hafenbecken gelandet sein. (NEGATIV )
Was soll das? Ich glaube, es muss ein billiger Reporter oder es müssen billige Motive sein, die zu so einem billigen Bericht führen.
Entschuldigung – ich musste mir das von der Seele schreiben. Überlegt habe ich, in einem Leserbrief diesen nach meinen Eindrücken flott und locker geschriebenen, aber negativ inspirierten Bericht und auch die Bilder zu kommentieren. Aber der würde eh nicht gedruckt. Deshalb nur hier mal meine Eindrücke dazu. Vielleicht wird der Artikel ja von andern auch ganz anders verstanden. Bis dann.....
ärgere Dich nicht! Oder? Doch, ärgere Dich und mach Deinem Ärger Luft! Schick Deine Anmerkungen an die Redaktion.
Klar ist doch, dass (auch) Motorjournalisten für "Meinungs- und Stimmungsmache" bezahlt /geschmiert werden. Hier geht es um Marktanteile und Werbegelder. Denkt mal an die ersten Testberichte über japanische Autos in den 80er Jahren. Ein absoluter Verriss...
Wir kennen die Wahrheit - und lieben unsere Bikes!!!
Heribert, ich kann deine Stimmung gut nachvollziehen und möchte dich ebenfalls dazu ermuntern einen Leserbrief zu schreiben. Vielleicht schreiben ja auch ein paar andere Leute was zu diesem Bericht. Wenn auch nur ein Leserbrief davon gedruckt wird ist dies doch absolut OK. Danke für deinen offenen Kommentar, ich sehe es ähnlich.
Hallo Hyosungfreunde, danke zunächst einmal für Euer Echo. @ Andreas: "Federquäler" ist gut! Der Begriff kommt ins Archiv. Kann man sicher mal wieder gebrauchen.
Also einen Leserbrief wollte ich eigentlich zunächst nicht schreiben .... bei aller Erregung. Man hat da immer das Problem, dass Redaktionen sich die Veröffentlichungen sowieso, aber auch das Kürzen von Inhalten vorbehalten. Weiß Gott (oder der Teufel), was dabei dann raus kommt.
Nach wiederholtem Lesen des Artikels und Euren auffordernden Rückmeldungen habe ich mich nun aber doch entschlossen, der Redaktion eine Mail zu schicken. Habe allerdings versucht, in den Ausführungen etwas abstrakter und kürzer zu bleiben, als in meinem oben einleitenden Beitrag zu diesem Thread. Mal sehen, was jetzt passiert. Bin gespannt, ob die Redaktion kritikfähig ist.
Damit Ihr wisst, was ich geschrieben habe, hier der Text meiner Mail:
Zu "Hamburg Hyosung Days" Motorradfahrer_Septemberausgabe 2011 Ich schreib Ihnen dies als Leserbrief: Ich gehöre der älteren Generation an und habe den Spaß am Biken erst vor rund 3 Jahren entdeckt. Mit einem Satelis-Compressor hat es angefangen und vor gut einem Jahr ist eine 125er Hyosung Aquila dazu gekommen. Ihre Zeitung kaufe ich ziemlich regelmäßig. Mit Erstaunen habe ich ihren Artikel „Hamburg Hyosung Days“ in der Septemberausgabe gelesen. Ein flott geschriebener Artikel, gespickt mit abwertenden Nebenbemerkungen und unterschwellig negativen Aussagen, die meiner Lesart nach mit einer bewußten Tollpatschigkeit provoziert wurden. Artikel solcher Art ärgern mich grundsätzlich – egal um welche Marke es geht, weil es sich meiner Meinung nach nicht gehört, mit süffisanten Untertönen Dinge schlecht zu reden und grundlos in den Dreck zu ziehen. Was waren Ihre Beweggründe? Warum quälen Sie sich mit einem „Selbstversuch“, wenn Sie dabei am liebsten inkongnito bleiben würden, um sich nicht „fremdschämen“ zu müssen? Ohne im einzelnen auf die vielen unterschwellig abwertenden und ironischen Beschreibungen in ihrem Artikel näher einzugehen, bleibt am Ende doch eine interessante Frage: Halten Sie Harleyfreunde und Harleyfahrer und die Organisatoren der Hamburg Harley Days für so intolerant und arrogant, dass sie Motorradfreunde und Fahrer anderer Marken verjagen oder samt Bike im Hafenbecken versenken? Dann sollten Sie sich dafür tatsächlich schämen. Herzliche Grüße an alle Leser Heribert Rhoden Konz
Heri, das hast du gut geschrieben, eventuell sende ich der Redaktion auch noch ein paar Zeilen, zumal sie im Artikel zu den 250ern zu mehr Toleranz aufgerufen haben (s. Meinung von Guido S.).
in der aktuellen Ausgabe der "Motorradfahrer" ist dein Leserbrief komplett abgedruckt. Wollte es schon früher hier schreiben, war nur länger nicht mehr online.
Ja, den Abdruck habe ich angenehm überrascht zur Kenntnis genommen. Angenehm überrascht deshalb, weil die Redaktion wohl durchaus kritikfähig ist - hätte ich so nicht unbedingt erwartet. Freut mich um so mehr, weil ich die (oder vielmehr den) Motorradfahrer eigentlich ganz gerne lese. Bis dann....